Neulich im drogerie markt. Ich hatte mal wieder Bedarf nach einem Haarreinigungsmittel, und meine Freundin hatte noch Geschenkgutscheine die weg mussten. Da Restbeträge dieser Gutscheine einfach verfallen, “durfte” ich nicht, wie sonst üblich, das günstigste Produkt für .85 € nehmen. Die Alternativlösung waren zwei Produkte, eins für Haut und eins für Haar. Nicht nur, dass das das erste Mal ist, dass ich dafür unterschiedliche Waschmittel verwende, ich wurde auch von der Vize-Filialleiterin eingehend beraten. “Für welches Haar soll das Produkt denn sein?” – “Ja, für meins natürlich!?”. Die geschulte Verkäuferin hat sofort mein beschränktes Wissen bemerkt und ist ins Detail gegangen: schnell fettig? Neigung zu Schuppen? brüchig? – Jetzt kann ich mir auch in etwa vorstellen, wie schwer (oder doch leicht?) es Verkäufer bei den Elektronikfachgeschäften der METRO Group haben, wenn sie Laptops an Unwissende verkaufen.
Das Verkaufsgespräch endete dann bei der Wahl von “head&shoulders anti-schuppen shampoo lemongrass” für knapp 4 €. Laut meiner Freundin neige ich nämlich zu Schuppen. Ist mir noch nicht aufgefallen, aber sie bezahlt, dann solls mir recht sein. Nachdem das Haarreinigungsproblem nun gelöst wurde habe ich mir – ganz souverän und ohne Beratung – noch ein Hautreinigungsmittel rausgesucht, womit mein Einkauf dann auch beendet war.
Zuhause angekommen nahm ich stolz meine neu erworbenen Produkte in genaueren Augenschein. Sehr verwundert hat mich ein Aufdruck auf der h&s-Flasche:
zur täglichen Haarwäsche geeignet
Ein klar denkender Mensch – so wie ich zum Beispiel – könnte sich nun fragen, ob das nun eine ein Shampoo auszeichnende Eingenschaft ist, die vorne auf die Flasche gedruckt werden sollte. In meinen Augen klang das so wie “zum täglichen Konsum geeignet” etwa auf einer Wasserflasche. Da mir dieser Aufdruck keine Ruhe gelassen hat musste ich schnell eine Mail an Procter & Gamble schicken, den Konzern hinter head & shoulders.
Aufgrund zahlreicher Konsumentenanfragen haben wir uns entschieden, den Hinweis “für die tägliche Haarwäsche geeignet” direkt auf der Verpackung zu platzieren. Da es durchaus auch Anti-Schuppen-Produkte gibt, die beispielsweise nur 1 x wöchentlich angewendet werden sollten, empfanden wir diesen Hinweis als sinnvoll und hilfreich.
Ok, wieder was gelernt… Beim Schreiben der Kundenanfrage ist mir gleich noch was aufgefallen:
Ich musste bitte freiwillig meinen – oder einen – Nach- und Vornamen angeben. Das musste ich den Herren Procter und Gamble natürlich auch gleich mitteilen:Selbstverständlich steht es Ihnen frei, uns Ihre Daten für eine Anfrage mitzuteilen. Dennoch ist das Ausfüllen bestimmter Felder erforderlich, um die Anfrage beantworten zu können.
Auf die Idee, das UI zu ändern kommt man also scheinbar nicht.
PS: die Zutatenliste beider Produkte fängt eh mit “Wasser, Sodium Laureth Sulfate, Sodium Lauryl Sulfate” an. Also beides zu geschätzten 95% das selbe und allergieauslösend, yay. Für alle Wiki-Kritiker habe ich auch mal die Quelle befragt – das Sicherheitsdatenblatt von Merck:
[...]3. Mögliche Gefahren: Leichtentzündlich. Gesundheitsschädlich bei Berührung mit der Haut und beim Verschlucken. Reizt die Augen, Atmungsorgane und die Haut.
4. Erste-Hilfe-Maßnahmen:[...]Nach Hautkontakt: Mit reichlich Wasser abwaschen. Kontaminierte Kleidung entfernen. Arzt hinzuziehen.
Ich steige doch wieder auf Bio-Produkte um, ist ja grausam…
Tags: Chemie, Körperpflege, UI
